Freisuche!

 

Die Freisuche ist aus meiner Sicht die höchste Kunst der Fährtenarbeit. Voraussetzung ist das Hundeführer und Hund ein eingespieltes Team sind. Der Hundeführer muss das Verhalten seines Hundes genau kennen und weiß dies richtig zu beurteilen. Der Hund besitzt einen hohen Erfahrungsschatz aus jahrelangen Fährten (Übungsfährten, Wettkämpfe, Prüfungen). Er muss dazu ruhig und gleichmäßig suchen gelernt haben.

 

Es ist immer zu überlegen ob eine Freisuche überhaupt sinnvoll ist.

 

Es muss gesagt werden, dass man dafür keine Extrapunkte bekommt. Ich glaube aber für einen Fährtenfreak ist es das Größte, wenn sein Hund eine Freisuche absolvieren kann.

 

Also, wo könnte eine Freisuche überhaupt sinnvoll sein?

 

Ich würde sagen überall da wo es um nichts geht. Wenn man sich zu höheren Veranstaltungen qualifiziert hat, könnte man  Prüfungen wiederholen oder an einen Wettkampf teilnehmen. Auf Ausscheidungsprüfungen wäre dies nicht ratsam. Hier geht es manchmal um einen halben Punkt. Und es kann sagen wer will, über die Leine hat man so seine Möglichkeiten um den Hund ein wenig zu helfen.

 

In der IPO1- und IPO2-Fährte sollte man den Hund auf gar keinen Fall frei
suchen lassen. Der Hund hat zu wenig Erfahrung und könnte bei einem Problem
sehr schnell überfordert sein. Außerdem macht man diese beiden Prüfungen in
der Regel nur einmal um den Grundstein für die IPO3 zu setzen.                                          

 

In der IPO3-Fährte könnte ich mir schon eine Freisuche vorstellen. Diese
Prüfung kann beliebig wiederholt werden.

 

Freisuche in der FH1 und FH2:
Hier kommt die Disziplin voll zum Einsatz der Hund besitzt einen großen
Erfahrungsschatz und der Hundeführer kennt das Verhalten des Hundes genau.
Leider sieht man frei suchende Hunde viel zu wenig. Ich hatte das Glück und durfte einen Sportsfreund, mit seinen Hund auf einer Übungsfährte bei der Freisuche begleiten. (Schon das zweite Mal mit zwei verschiedenen Hunden) Es war für mich absolut beeindruckend. 

 

Hunde mit ausgeprägtem Jagdtrieb eignen sich leider nicht so gut für die Freisuche. Denn bei einer FH1 und FH2 die 3 Stunden liegen muss, kann sich einiges im Gelände ändern. Es kann sich in der Zwischenzeit ein Hase oder Kaninchen neben der Fährte gemütlich machen.
Oder ein Reh springt plötzlich auf und flieht über den Acker. Wenn der Hund
damit Probleme hat sollte man auf die Freisuche verzichten.

 

Zum Ablauf: In der FH1 und FH2 geht man mit der 1m Führerleine zum Richter und meldet sich an. Hier sagt man ob der Hund verweist oder den Gegenstand aufnimmt. Gleichzeitig teilt man dem Richter mit das der Hund frei sucht. Die 1m Führerleine ist aus versicherungstechnischen Gründen sichtbar mit sich zu führen. Das heißt die Leine ist von Hund fort umzuhängen. Über die linke Schulter unter den rechten Arm. Vom Richter aus geht man mit dem unangeleinten Hund an das Abtrittsschild mit dem Kommando "SUCH" gibt man dem Hund den Befehl zum Suchen.

 

Probleme bei der Freisuche:

 

1. Der Abstand zwischen Hundeführer und Hund. Auch hier ist ein
Mindestabstand von 10 Meter einzuhalten. Es kann auch etwas mehr sein
sollte aber wieder nicht zu viel sein. Wenn man sich auf den Hund
konzentriert kann dieser Abstand schnell mal über oder unterschritten
werden. Der Richter kann dies mit einigen Punkten ziehen.

 

 

 

2. Die Geschwindigkeit des Hundes kann je nach Trieblage oder
Schwierigkeitsgrad etwas unterschiedlich sein. Zum Beispiel stürmt der Hund
nach dem Gegenstand, oder nach dem spitzen Winkel FH 2 etwas schnell in den Fährtenverlauf. Dies kann mit der Leine dahin korrigiert werden, indem man die Fährtenleine einige Meter
straff durch die Hand gleiten lässt. Dem Richter fällt dies nicht so auf. Bei der Freisuche wird der Richter dies aber beim Hund bemerken.

 

 

 

3. Der Hund kommt von der Fährte ab. Hier hat man keine
Einwirkungsmöglichkeit mehr. Bei der Fährtenleine kann man den Hund noch so
lange festhalten, bis der Richter sagt: "Hund folgen".

 

 

 

4. Wildwechsel könnte zu einem Problem werden.

 

 

 

5. Probleme am Gegenstand. Hier kann ich mit der Leine ebenfalls etwas
kommunizieren. Man bekommt zwar nicht mehr die volle Punktzahl für den
Gegenstand, aber dies ist immer noch besser wie komplett überlaufen.

 

 

 

6. Die Verleitung ist auch nicht zu unterschätzen. Ich habe es immer so
gehalten, das ich den Hund mit der Fährtenleine korrigiert habe, wenn ich
merkte dass der Hund in die Verleitung ging. Dies ist immer noch besser als durchgefallen. Ohne Leine geht da nichts mehr.

 

 

 

7. Fehler die je nach Windrichtung immer wieder auftreten ist auch das
Überqueren einer Straße. Der Hund driftet ev. etwas seitlich ab. Mit der
Leine konnte man den Hund so lange halten, bis er wieder in den
Fährtenverlauf findet. Ohne Leine kann man dies auch nicht korrigieren.

 

Dies sind nur mal einige Probleme die bei den Fährten ohne Leine auftreten können. Also, wenn Ihr mal einen Hundesportler beobachten könnt, der seinen Hund frei auf einer Prüfung Fährten lässt, ist dies meiner Meinung nach ganz hoch zu würdigen. Denn hier kann man sagen, dass man dies nicht alle Tage sehen kann.